Flamenco experience

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Das Tanzkleid

Das Kleid der Flamenco-Tänzerinnen ist vermutlich das augenfälligste Kleidungsstück der gesamten Vorführung. Es geht auf das ausgehende 19. bzw. eingehende 20. Jh. zurück, als die Verkäuferinnen in bescheidenen Kitteln aus Perkal, die nur mit Rüschen verziert waren, auf die Viehmärkte gingen.

Schon bald übernahmen die höheren Stände dieses einfache Kleidungsstück und wandelten es zu raffinierten Kleidern aus kostbaren Stoffen ab.

Der Schnitt, das Material und die Muster des Flamencokleids haben sich mit der Zeit weiterentwickelt. Dabei spielten Modeeinflüsse wie die kürzeren Röcke der 70er Jahre eine Rolle, aber auch die Qualität und die Ausdrucksfähigkeit wurden gesteigert, um der Tänzerin mehr Bewegungsfreiheit zu gewähren, ohne die Begleitfunktion der Tracht aus den Augen zu verlieren.

So sind die langen Schleppen, die einst Standard waren, aber mehr als eine Zierde eine echte Last für die Tänzerin waren, heute passé. Stattdessen ist mittlerweile ein eng anliegendes Oberteil üblich, das die schönen Armbewegungen besonders zur Geltung bringt. Daran schließt sich ein langer Rock, weiter Satinrock an, der reizvoll von der Tänzerin bewegt wird und die Fußbewegungen zum Vorschein bringt. Gelegentlich kommt eine speziell auf den Rock abgestimmte Schleppe dazu.

Stoffe und Muster

Neben dem klassisch gepunkteten Modell gab es schon immer auch Blumen- und andere Muster sowie unterschiedliche Kombinationen von Uni-Farben. Üblich sind auch verzierende Spitzeneinsätze oder gar ganze Kleider aus Spitze.

Außer von der jeweiligen Mode und dem persönlichen Geschmack der Künstlerin hängen sowohl das Kleid als auch die Accessoires vom Palo ab, der die Wahl der Farben und des Zubehörs mit beeinflusst.

So wird die Tänzerin für eine Alegría fröhliche Farben, weite Röcke und auffällige Accessoires und Zubehör wählen, während die Kleidung für eine Soleá strenger und dunkler ausfallen wird, um die Stimmung des Stücks zu unterstreichen.

Die Kleidung der Herren hat sich hin zu neutraleren Farben entwickelt. Normalerweise trugen die Tänzer zwei- oder dreiteilige taillierte und kurze Anzüge. Der Dreiteiler lässt Abwandlungen während des Stücks zu, indem die Jacke gegen die Weste getauscht wird oder auch nur das Hemd getragen wird.

Bei den Farben herrschen dezente Töne wie Schwarz, Dunkelgrau oder Weiß und Ocker vor, wenngleich auf Rot gerne von den Herren genutzt wird.

Auch der Tänzer nutzt seine Kleidung häufig als Teil des Tanzes. In diesem Sinne sind häufig Bewegungen aus dem Stierkampf zu sehen, bei denen die Kleidung als Capote-Tuch genutzt wird.

Accessoires und Schmuck

Neben dem Kleid als solches spielen die Accessoires und Schmuckstücke eine wichtige Rolle für den Tanz und sind häufig sogar Teil der Bewegungen.

Als Accessoires bezeichnen wir hier die Elemente, die die Kleidung ergänzen und vom Künstler zur Unterstützung einiger Bewegungen eingesetzt wird. Das große Tuch (Mantón) oder das kleinere Schultertuch (Mantilla oder Piquillo), Strickjacken, Westen bis hin zu Schürzen für die Frauen bzw. Halstücher, Schals, Jacken, kurze Jacketts oder Westen für die Herren.

Besonders bei den Frauen wird das Gesamtbild häufig durch Schmuckstücke wie auffällige Ohrringe oder reich verzierte Haarkämme, die die Kopfbewegung betonen, Blumen im Haar, Fransen und Fächer oder andere Verzierungen abgerundet.

Tuch (Mantón)

Das Tuch muss groß genug sein, um beide Arme zur Genüge abzudecken, wenn sie zur Seite ausgestreckt sind. Das Mantón darf nicht mit dem kleinen Halstuch (Pañoleta) verwechselt werden, das zu den Faralaes-Kleidern getragen wird. Wichtig ist auch, dass das Tuch nicht zu schwer ist, um gut herumgewirbelt werden zu können.

Fächer

Der Fächer, der zum Tanzen eingesetzt wird, ist größer als die normalen Fächer und heißt Pericón. Er ist meist einfarbig und ohne Muster. Der Umgang mit ihm will gelernt und geübt sein.

Die Tanzschuhe

Für jeden Tänzer ist das Schuhwerk von entscheidender Bedeutung, umso mehr im Flamenco, wo die Schuhe nicht nur die Füße des Künstlers kleiden, sondern zudem als Instrument dienen.

Die Flamencoschuhe sind an der Spitze und am Absatz mit Nägeln geschlagen, um das Aufstampfen auf dem Holzboden der Bühne klangvoller und lauter zu machen.

Sowohl Frauen als auch Männer tragen einleichten Absatz, mit dem es sich leichter Trampeln lässt, und die Schuhe sind geschlossen, um trotz der energischen Fußbewegungen nicht den Halt zu verlieren.

Die Herrenmodelle reichen vom Schnürschuh bis zum Stiefel. Die Frauen tragen geschlossene Schuhe, die mit Schnürsenkeln oder einem Riemchen oder einer Schnalle gehalten werden, die beim Tanz für einen festen Sitz sorgen.

Sowohl Männer als auch Frauen setzen häufig farbliche Akzente bei den Schuhen, was besonders auffällig ist, wenn die restliche Kleidung sehr streng gehalten ist.

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  • 1

    DAS FLAMENCOKLEID

    Stoffe, die wirbelnd den Körper umspielen


    Abgesehen vom typischen roten Flamencokleid kommt in den Damentrachten eine ganze Explosion der Stoffe, Schnitte, Volants und Muster zum Ausdruck. Die einzelnen Modelle hängen dabei nicht nur von der Persönlichkeit der Tänzerin, sondern auch vom jeweiligen Palo ab.

  • 3

    DIE ACCESSOIRES

    Auf der Bühne kommt jedes Detail voll zur Geltung


    Im Flamenco sind viele verschiedene Accessoires und Schmuckstücke auszumachen. Zierreiche Ohrringe, Haarkämme, Blumen, Schultertücher, Fransentücher, Halstücher, Westen, Schals oder kurz geschnittene Jacken sind nur einige davon.

  • 2

    DER FLAMENCOANZUG

    Der Stolz des Bailaors


    Im Gegensatz zu den Kleidern der Tänzerinnen, die sich durch schwungvolle Stoffe auszeichnen, sind die Anzüge der Herren anliegend und strenger geschnitten, um die Bewegungen zu betonen. Trotz dieser Einschränkung bindet auch der männliche Tänzer die Kleidung in seine Bewegungen ein, indem er sein Hemd oder seine Weste aufknöpft oder sich in ihr einhakt.

  • 4

    DIE SCHUHE

    Wenn der Tanzboden zum Rhythmus wird


    Die Stiefel des Tänzers und die Schuhe der Tänzerin sind mehr als ein einfaches Kleidungsstück. Wenn die Fußspitze und der Absatz mit Nägeln beschlagen sind, werden die Tanzschuhe zum Percussionsinstrument.

„Dieses Erlebnis hatten wir uns ursprünglich überlegt, um alle Kinder zu versammeln, die sich von Klein auf über den Flamenco ausdrücken, um ihnen eine Bühne bei uns zu bieten. Und wir stellten fest, dass die Kinder, die als Zuschauer kamen, völlig von der Kunst dieser anderen Kinder in den Bann geschlagen waren.“

 

Ivana Portolés (Direktorin von Cardamomo und geistige Urheberin von „Flamenco ist auch Sache der Kinder“).

 

Flamenco ist mehr als ein Musikgenre eine Lebensart. Für die Flamencokünstler ist der Flamenco in allen ihren Lebensbereichen präsent: Sie leben ihn bei Versammlungen, bei Feiern, zum Kochen und sogar als Einschlaflieder für ihre Babys. Und das von Kind an.

Darum hat der Flamenco einen besonders deutlichen Einfluss auf die Kinder, diese kleinen Menschen, die teilweise tanzen oder ein Instrument spielen lernen, bevor sie sprechen, lesen oder addieren können.

In diesem Sinne hielt Cardamomo diese Tatsache in dem Dokumentarfilm „Cardamomo für die ganze Familie“ mit einzigartigen Auftritten von Kindern für Kinder mit Begleitung etablierter Künstler fest.

Diese Aufzeichnung spiegelte eine ganze Lebensphilosophie wider, die von Kindesbeinen an von Generation zu Generation weitergegeben wird.

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  • 1

    TRAILER VON „FLAMENCO IST AUCH SACHE DER KINDER“.

    Eine Hommage der Stiftung Fundación Cardamomo


    Dieser Film ist Teil eines Ausbildungsprogramms über Flamenco, das 2013 von der Leiterin Ivana Portolés ins Leben gerufen wurde, um das Immaterielle Kulturerbe der Menschheit Flamenco auch in den Schulen zu vermitteln.

„Der Flamenco schreit heraus, was meine Seele verschweigt.“

Claudia Casares

DAS HÄNDEKLATSCHEN (PALMAS)

Das Händeklatschen ist „die sicherste, älteste und wichtigste Percussion des Flamencos“ und begleitet den Gesang und Tanz im Takt. Dieses so typische Flamenco-Zeichen ist zusammen mit dem Klopfen der Fingerknöchel auf die Holztische bereits ganz zu Beginn dieser Kunst, noch lange, bevor der Cajón und andere Schlaginstrumente dazukamen, als rhythmische Begleitung entstanden.

Im Flamenco sind die Hände ein Instrument wie jedes andere. Das Klatschen beruht im Wesentlichen auf dem Rhythmusmuster innerhalb des Takts, d. h. der typischen Zyklen der Flamenco-Musik.

Das Beherrschen dieser Begleitung und der verschiedenen Rhythmen bilden die entscheidende Grundlage für Tänzer, Gitarristen und Percussionisten. Daher sind die Palmas nicht nur eine ideale Begleitung, sondern auch wesentlicher Bestandteil der Flamenco-Ausbildung.

Die Palmeros, die den Tanz oder die Gitarre mit ihrem Händeklatschen untermalen, müssen stets folgende Funktionen im Blick behalten: den Takt halten, die Strophen je nach Bedarf mit dumpfen oder klangvollen Palmas begleiten, auf den Gesang oder Tanz eingehen, auf die Strophen antworten, die Escobillas begleiten und das Tanztempo anheizen, die einzelnen Solopassagen der Gitarre ausschmücken und die Remates und Abschlüsse untermauern.

Darum braucht es zum Erlernen der Palmas viel Übung und Geduld, um nicht nur die Taktwechsel zu beherrschen und sich eine gewisse metrische Flexibilität anzueignen, sondern alle diese Funktionen, die neben dem Gesang, Tanz und Gitarrenspiel wahrgenommen werden, gleichzeitig ausüben und dadurch unterstützen zu können.

Klatscharten

  • Palmas sordas: Sie ertönen dumpf und leise und werden meist als Begleitung zu grundlegenden Cantes wie der Soleá oder Tientos geklatscht. Ihr gemäßigter Klang dient als diskrete Taktvorgabe, wenn der Gesang im Vordergrund stehen soll.

 

  • Palmas sonoras: Das offene, klangvolle Klatschen wird bei Festgesängen, Bulerías, Alegrías u. a. eingesetzt.

Weitere rhythmische Begleitungen mit den Händen

Klopfen (Golpe)

Dabei wird der Rhythmus durch Klopfen der Fingerknöchel auf den  Tisch oder mit einem Stock auf den Boden vorgegeben oder begleitet. Damit wird der Takt markiert und gleichzeitig kann der Maestro seinen Schülern Anweisungen geben.

Fingerschnalzen (Pitos)

Das Geräusch, das durch Schnipsen der Fingerkuppen erreicht wird, dient sowohl dem Meister, Rhythmus vorzugeben als auch dem Tänzer, um seinen Tanz zu zieren.

Kastagnetten (Palillos oder Castañuelas)

Die Kastagnetten waren schon den Phöniziern als Percussionsinstrument aus Holz bekannt. Der Rhythmus muss mit der rechten Hand eingeleitet und zur letzten Note mit der linken beendet werden.

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EL JALEO

Zu den auffälligsten Ausdrucksweisen des Flamencos gehören diese Gesten und Ausrufe, die zum Gesang, Gitarrenspiel oder Tanz eingeworfen werden. Es ist völlig normal, dass während einer Flamencoaufführung plötzlich die Palmeros, Sänger oder gar Teile des Publikums das klassische „OLE!“ ausrufen oder den Künstler mit Komplimenten oder dem Zurufen seines Namens anfeuern.

Beim Flamenco interagieren verschiedene Künstler miteinander und ihr Wechselspiel und gegenseitiges Verständnis und ihr Vermögen, sich als Ganzes auszudrücken, sind entscheidend, um die Kraft, Emotion dieser Kunst zu vermitteln.

 

Mit Jaleo wird die Gesamtheit jener Zurufe, Beglückwünschungen und Anspornversuche bezeichnet, mit denen die Gruppe oder die Kenner im Publikum dem Künstler fast spontan und emotional zu größerer Inspiration und Ausdruckskraft verhelfen. Sie kommen als natürliche Reaktion auf die Schwerpunkte und die intensivsten Momente eines Stücks zum richtigen Zeitpunkt zum Ausdruck, so dass der Zauber einer jeden Flamenco-Vorführung nicht gebrochen wird.

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  • 1

    KLATSCHEN, SCHNALZEN UND JALEOS

    Die Bühne eingetaucht in Emotionen


    Das dumpfe Klatschen oder die Palmas sordas werden meist als Begleitung zu grundlegenden Gesänge wie Soleá oder Tientos genutzt. Ihr gemäßigter Klang dient als diskrete Taktvorgabe, wenn der Gesang im Vordergrund stehen soll.

    Dagegen wird das offene oder klangvolle Klatschen (Palmas sonoras oder abiertas) bei Festgesängen, Bulerías, Alegrías u. a. eingesetzt.

    Jaleo heißt eigentlich Wirrwarr, Lärm und Radau und bezeichnet die ausgelassene, laute Stimmung, die die Laune heben soll.

    Mit Pitos sind die Schnalztöne gemeint, die mit dem Schnipsen der Fingerkuppen erzeugt werden. Dieses Element wird vom Tänzer zum Schmücken seines Tanzes und Unterstreichen des Rhythmus eingesetzt.

  • 2

    DER SCHLAG (GOLPE)

    Seit Urzeiten im Takt


    Früher gab es gar kein Percussionsinstrument im Flamenco. Stattdessen wurde der Takt mithilfe verschiedener Gegenstände wie den Holztischen oder Stöcken vorgegeben.

    Dabei wurde mit dem Klopfen der Fingerknöchel auf den Tisch oder dem Aufstampfen des Stocks auf dem Boden der Rhythmus markiert oder begleitet.

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  • 1

    Pitos

  • 2

    Jaleo

  • 3

    Palmas sordas

  • 4

    Golpe (antigua percusión)

Show results

„Zu dem Wunderbaren am Cante jondo gehören neben der unerlässlichen Melodie die Lyrik. In den Terzetten und Quartetten der Siguiriya und ihren Abwandlungen sind die unendlichen Abstufungen von Schmerz und Leiden im Dienste des reinsten und genauen Ausdrucks mit jedem Atemzug zu spüren.“

Federico García Lorca – Dichter (1898-1936)

Die Stimme selbst ist Solist und Instrument gleichzeitig. Bis zum Auftauchen der Gitarre erklang sie alleine oder höchstens begleitet vom Aufklopfen der Fingerknöchel auf dem Tisch oder Händeklatschen. Darum muss die Stimme in der Lage sein, ganz alleine Gefühle, Melodien und Harmonien hervorzubringen, um eine Verbindung mit dem Publikum herzustellen. Schließlich ist Flamenco eine Kunst, die tiefe Gefühle zum Ausdruck bringt.

Schmerz, Einsamkeit, Liebe bis hin zum Tod. Nicht umsonst tragen einige Flamenco-Spielarten den Namen von Gefühlen wie die Alegría (zu Deutsch „Freude“). Diese Emotionen versucht der Gesang unverfälscht in einem einzigartigen und einmaligen Moment zu vermitteln – ganz gleich, wie groß sein Publikum ist. Die besten Bedingungen für das Überspringen dieses Funken sind in der Regel in kleinen Gruppen oder Räumen mit gefühlter Nähe wie den Tablaos gegeben.

Häufig werden im Flamenco-Gesang Gedichte von Autoren wie Miguel Hernández, Calderón de la Barca, Miguel de Cervantes, Jorge Manrique, Lope de Vega, Antonio und Manuel Machado, Rafael Alberti oder Federico García Lorca u. a. vertont.

Der Cante wurde formell stets mit einer streng vorgegebenen Struktur aufgefasst. Heute wird allerdings ein gewisser Spielraum für die Improvisation oder Interpretation des Künstlers gelassen.

Außerdem haben sich heute neben der traditionellen Flamenco-Strömung zahlreiche Abwandlungen und sogar Fusionen des Flamenco-Gesangs Platz geschaffen. So ist der Cante mittlerweile unterlegt mit afrikanischen oder orientalischen Rhythmen oder zusammen mit afroamerikanischer Musik wie Blues oder Salsa zu hören.

DER AUFBAU EINES STÜCKS.

Für den Sänger oder Cantaor besteht ein Stück aus zwei Teilen: dem Temple (oder Stimmen) und den Letras.

Temple (oder Stimmen): Der Cantaor stimmt seinen Ton auf den der Gitarre ein und schmückt ihn dabei mit Melismas, einer Technik, bei der die Tonhöhe eines Liedteils mitten im Singen gewechselt wird.

Letras: Als Letras werden die einzelnen Lyrikteile mancher Gesänge bezeichnet. Im Tablao wird meist ein Ausgangsteil plus 2 weitere Letras pro Cantaor gesungen. Wenn durch den Tanz oder das Instrumentalspiel oder beides jedoch bestimmte Gefühle des Sängers angesprochen werden, kommt die Improvisation (der Zauber oder „Duende“, wie sie Camarón bezeichnet hat) ins Spiel und kann die Vorführung unter Umständen übernehmen. Auch der Tänzer kann sie für sich in Anspruch nehmen, wenn er inspiriert ist.

Die Abfolge der Letras des Gesangs ist die Ausgangsstrophe (Letra de Salida), die Erste Strophe (Primera Letra), die Zweite Strophe (Segunda Letra oder Valiente) und die Abschluss- oder Ausgangsstrophe (Letra de Remate oder Salida).

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  • 1

    TEMPLE

    Oder Stimmen


    Der Sänger richtet seine Stimme nach dem Ton der Gitarre aus und schmückt ihn dabei mit Melismas, einer Technik, bei der die Tonhöhe eines Liedteils mitten im Singen gewechselt wird.

  • 3

    ERSTE STROPHE

    Von einer Alegría


    Dieser Liedteil ist ruhig und soll allmählich in die Ernsthaftigkeit des Tanzes führen.

  • 5

    ABSCHLUSSGESANG

    Die Alegrías müden in Bulerías


    Die letzte Strophe dient als Vollendung des Tanzes und als krönender Abschluss. Der Gesang wird schneller und wechselt fast immer das Register.

  • 2

    AUSGANGSSTROPHE

    Von einer Alegría


    Fast alle Gesänge haben einen charakteristischen Anfang, der vom jeweiligen Stil geprägt ist (Ayes, Lereles, Tiritiais und andere Tarabillas).

  • 4

    ZWEITE STROPHE

    Sie wird auch als „Letra Valiente“ bezeichnet.


    Hier stellt sich der Sänger melodisch komplexeren Gesängen, wenngleich die Ausrichtung meist ähnlich wie die des ersten Cantes ist. In diesem Teil kann ein guter Cantaor sein Können unter Beweis stellen und alles geben.

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  • 1

    Afinación

  • 2

    Segunda letra

  • 3

    Valiente

  • 4

    De cierre

Show results

„Den Kopf muss man zum Tanzen ausschalten. Es soll ganz die Seele zum Ausdruck kommen.“

María Juncal (Flamencotänzerin)

Der Tanz ist das optisch eingängigste Element einer Flamenco-Vorführung. Er entstand in den Randgruppen Andalusiens und Extremaduras und geht auf verschiedene Quellen zurück. Eine besonders wichtige Rolle spielen die Zigeuner-, afrikanischen, kastilischen und maurisch-andalusischen Einflüsse. Es handelt sich also um einen alten Volkstanz mit rassischer Herkunft, der den Text der Lieder in Bewegungen ausdrückt. Die Flamenco-Tänzer werden „bailaores“ bzw. die Tänzerinnen „bailaoras“ genannt.

Formell ist der Flamenco ein höchst komplexer Tanz mit zahlreichen Varianten, Schritten und Rhythmen, die die nicht weniger zahlreichen Palos widerspiegeln. Der zeichnet sich durch die Vermittlung von Gefühlen durch sanfte und elegante Arm- und Handbewegungen im abwechselnden Kontrast zu den feurig-leidenschaftlichen Fußbewegungen, bei denen heftig mit dem Absatz auf den Boden gestampft wird.

Die Choreographien sind stets ein Zusammenspiel aus der perfekten Beherrschung der Flamenco-Kunst und dem freien Ausdruck des Künstlers, der das Stück nicht nur wörtlich interpretiert, sondern auch Spielraum für die Improvisation lässt.

Der Tanz auf dem Tablao

Das Tablao ist eine kleine Flamenco-Bühne. Der Raum ist zurückgezogen und schafft eine einzigartige Nähe und Verbindung zwischen Künstlern und Zuschauern, die so nah an der Bühne sitzen, dass sie die Künstler atmen hören und ihre Schweißperlen erkennen.

Alle Choreographien der Vorführung auf der Bühne haben immer einen improvisierten Teil, wenngleich die Improvisation auf der typischen Struktur des jeweiligen Palos aufbaut. Dieser Teil ist der aufregendste des Tablao. Der Flamenco-Tanz auf einem Tablao hat meist eine minimalistische Inszenierung, denn die Show basiert ganz auf dem Ausdruck der Gefühle.

Die Tänzer treten meist einzeln auf, und ihr Tanz besteht nicht nur aus ihren Schrittfolgen, sondern auch aus der Nutzung des Raums, dem Klang des Holzbodens als eigenes Percussionsinstrument und der Bewegung und dem Einsatz der Kleidung und der Accessoires.

Neben den Einzelauftritten gibt es auch Duos. Dabei treten die Tänzer zu einem Duell mit ständigem, unerbittlichem Blickkontakt an. Bei den Paartänzen überwiegen die Verbindung, die Vereinigung und die Kommunikation zwischen den Tänzern.

Aufbau eines grundlegenden Tanzstücks

Der Tanz hat meist einen bestimmten Aufbau. Die meisten Flamenco-Gattungen unterteilen sich in zwei Abschnitte, die sich in Rhythmus, Stil und Begleitung unterscheiden und auch entsprechend anders getanzt werden, wobei der zweite Teil schneller und energiegeladener als der erste ist.

Erster Teil

  1. Salida (Anfang): Der Tänzer oder die Tänzerin betritt die Bühne und der Tanz beginnt.
  2. Llamada („Ruf“): Es wird kurz mit den Absätzen (taconeo) getanzt, um zum Gesang überzuleiten.
  3. Letra: Bei diesem Teil steht eigentlich der Gesang im Vordergrund. Daher läuft der Tänzer oder die Tänzerin zwar hin und her und bewegt den Körper zum Takt, aber ohne die Stimme des Sängers zu überdecken, der gelauscht werden soll.
  4. Remate de letra: Zum Ende der Strophe wird kurz mit den Absätzen getanzt, um zur Gitarre überzuleiten.
  5. Escobilla („kleiner Besen“): Der Teil des Tanzes, in dem der Tänzer oder die Tänzerin mit den Füßen aufstampfen und am meisten improvisieren.

Zweiter Teil

  1. Abschluss (Macho, Refrain, Ida): Der Tanz erreicht seinen Höhepunkt. Der letzte letra eines Flamenco-Palos ist leidenschaftlich, schnell und kraftvoll. Sein Name hängt von der jeweiligen Kategorie ab.
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  • 1

    MARCAJE

    Mit oder gegen den Rhythmus


    Tanzschritt, bei dem der Tänzer nur die Tempos des Takts mit Körperbewegungen und verschiedenen Schritte markiert, ohne sich sonst einzubringen, so dass der sich Sänger ausdrücken kann und nicht vom Tanz überdeckt wird.

  • 3

    LLAMADA

    Mit Alegrías


    Teil der Tanzeinlagen, der dazu dient, die Aufmerksamkeit auf die Gitarre oder den Gesang zu lenken, um den Vers zu wechseln oder einen Abschnitt der Choreographie abzuschließen bzw. einen neuen einzuleiten.

  • 5

    ZAPATEADO

    Und Zapateado mit Subida de piés


    Abgeleitet vom spanischen zapato (dtsch. „Schuh“) wird im Gegensatz zu dem Tanzstil Zapateado das Aufstampfen mit den Schuhen als Zapatear bezeichnet. Es gibt verschiedene Arten des Zapateado: mit Aufschlagen, Auftippen des Schuhs mit der Spitze, Hämmern mit der Spitze, Überkreuzen, das Voranschreiten mit begleitendem Zapateo, Escobillas, Alegrías und Soleá, Tanguillos, Fandangos.

    Das „Hochnehmen der Füße“ subida de pies ist eine Form des immer schneller werdenden Zapateado.

  • 7

    REMATE MIT DEN ARMEN

    Eleganter


    Es gibt verschiedene Arten des Abschlusses. So beendet der Remate mit den Armen eine Tanzserie auf subtilere und anschaulichere Weise.

  • 2

    DESPLANTE

    Zum krönenden Abschluss bestimmter Momente der Aufführung


    Die „schiefe Stellung“ desplante ist eine Art der marcaje und eines von vielen Beispielen der Überschneidungen mit der Welt des Stierkampfs. Dort stellt sich der Torero voller Hochmut dem Stier, während der Tänzer oder die Tänzerin beim Flamenco zum krönenden Abschluss eines Augenblicks seines Auftritts dem Publikum die Stirn bietet.

  • 4

    ESCOBILLA

    Mit Alegría


    Teil eines Flamenco-Tanzes, bei dem das Aufstampfen auf dem Boden (zapateo) im Vordergrund steht. Bei den Alegrías kommt er nach dem Silencio und ist einer der leidenschaftlichsten und temperamentvollsten Momente der Choreographie.

  • 6

    REMATE

    Zum Abschluss einer Serie


    Tanzschritt zum Abschluss einer Serie. Besteht meistens aus 1 oder 2 Takten.

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  • 1

    Escobilla

  • 2

    Zapateado

  • 3

    Desplante

  • 4

    Remate

Show results

„Die Flamenco-Copla bringt die innigsten Herzensgefühle und die klarsten und die beharrlichsten Gedanken des Verständnisses in ihrer ganzen Reinheit zum Ausdruck“

Antonio Machado – Dichter (1875-1939)

 

„Toque“ bezeichnet das begleitende Instrumentalspiel der Gitarren. Der Flamenco-Gitarrenspieler wird als „Tocaor“ bezeichnet. Je nach Rhythmus des Instrumentalspiels werden unterschiedliche „Palos“ oder Stilrichtungen unterschieden.

 

Die Gitarre ist das Flamenco-Element, das sich in der Geschichte des Flamencos am meisten weiterentwickelt hat und mittlerweile sogar oft selbst die Hauptrolle spielt. Aber der Gitarrenspieler ist auch einer bestimmten Flamenco-Technik und –Haltung verschrieben.

Typisch für die Flamenco-Gitarre ist z. B. der Daumenschlag. Dabei legen die Tocaores den Daumen auf die Gitarrendecke und der Zeige- und Mittelfinger jeweils auf die Saite über derjenigen, die gerade gespielt wird, gelegt. Dadurch wird ein tieferer und kräftigerer Klang erzielt. Der Schlagschutz oder „Golpeador“ verleiht dem Flamenco-Spiel als Percussionselement starke Ausdruckskraft.

Der Aufbau der Gitarrenstücke

 

Ein Stück unterteilt sich in mehrere Teile oder Variationen, die die Zwischenspiele der Flamenco-Gitarre zwischen den einzelnen Letras eines Gesangs bilden.

 

  1. Vorspiel: Nach dem Stimmen der Gitarre beginnt das zu spielende Stück in der entsprechenden Tonart und Stilform. Der Gitarrist wählt das Vorspiel oder die „Introducción“ frei oder direkt nach dem Takt selbst aus.

 

  1. Gitarrenvariation und Ausgangsstrophe: Als erste Strophe (Letra) wird meist diejenige gewählt, deren Melodie zum Grundrepertoire des Sängers oder Cantaors gehört.

 

  1. „Falseta“: Vor dem zweiten Gesangsteil kommt eine solistische Gitarrenüberleitung, die eine eigenständige musikalische Hauptsektion schafft oder nachspielt, die eine eigene Komposition oder das Nachspiel eines Stücks aus dem Repertoire sein kann.

 

  1. Gitarrenvariation und Hauptstrophe: Der zweite Gesangsteil – letra valiente (wörtlich: die „mutige Strophe“) – kann eine höhere Stimmlage haben.

 

  1. Gitarrenabschluss oder „Remate“: Den Ausklang kann eine kleine Variation verschiedener Abschlüsse bilden, die zunehmend schneller und intensiver werden.
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  • 1

    STIMMEN

    Für die Temples


    Dies ist der Anfang aller Stück. Jeder Palo braucht eine Tonvorgabe, und die Palos werden nicht wiederholt. Darum ist vor jedem neuen Stück eine Pause nötig, um die Tonart zu wechseln. Dies ist ein typischer Moment bei jeder Flamenco-Vorführung.

     

    Der Gitarrist sucht im Halbdunkeln die Tonlage der einzelnen Palos und stimmt das Instrument für die Begleitung zum Gesang („Temple“). Bei der Suche des richtigen Tons erkennt der Cantaor meistens schon bereits vor dem eigentlichen Gitarrenspiel, welcher Palo kommen wird.

  • 3

    DAUMENANSCHLAG UND „ALZAPÚA“

    Je nachdem, ob eine oder mehrere Noten gespielt werden


    Bei dem Daumenanschlag („Pulgar“) werden einzelne Gitarrennoten mit dem Daumen gespielt.

     

    Alzapúa bezeichnet eine Anschlagtechnik, bei der der Daumen der rechten Hand wie ein Plektrum („Púa„) genutzt wird und eine, zwei oder mehr Saiten von unten nach oben angeschlagen werden. Mit dieser Technik werden besonders bei den Basstönen Rhythmusmotive mit einem bestimmten Tempo erzielt.

     

    Außer dem Plektrumsanschlag führt der Daumen häufig weitere interessante Bewegungen wie den abwechselnden Daumen- und Zeigefingeranschlag aus. Dabei wird das Handgelenk gedreht, als ob es zum Angriff überginge, und damit eine große Geschwindigkeit erreicht.

  • 5

    „GOLPE“

    Percussion mit der rechten Hand beim Spielen


    Beim golpe oder „Schlag“ wird mit dem Fingernagel oder den Fingerkuppen der rechten Hand auf den Gitarrendeckel geschlagen. Beim Flamenco wird die Percussion gleichzeitig oder jeweils nach den einzelnen Akkorden, Noten, Rhythmen, rasgueos, alzapúas u. a. umgesetzt. Durch diesen Effekt werden normalerweise die Akzente bestimmter Instrumentalspiele oder toques unterstrichen.

  • 7

    ESCOBILLA

    Eine Tanzfigur


    Diese Figur wird typischerweise mit anfangs langsamen und präzisen Arpeggien untermalt, die immer komplexer werden.

    Es ist ganz wichtig, das Rhythmustempo nicht zu überziehen, um den Tänzer oder die Tänzerin nicht zu einer zu schnellen Fußtechnik zu zwingen. Die Gitarrenbegleitung des aufstampfenden zapateado wird immer komplexer und die Schläge immer mehr, was jedoch nicht unbedingt bedeuten muss, dass die Musik auch schneller wird.

  • 9

    EL SILENCIO

    Ein Teil der Alegría


    El silencio de la alegría –wörtlich: „Die Stille der Freude“- ist ein Teil der Flamenco-Kategorie Alegría, der vor der Escobilla kommt und Tanz und Gitarre miteinander kombiniert.

     

    Die Alegría hat zwölf Sätze und wird eigentlich in Dur gespielt, nur der Silencio-Teil ist in Moll.

  • 2

    „RASGUEO“

    Akkordanschlag zum Erzielen eines homophonen Klangs


    Diese Anschlagtechnik gehört zu den wichtigsten und vielseitigsten Formen. Dabei werden die Saiten schnell mit den Fingern der rechten Hand gestrichen, wobei die Bewegungen manchmal fächerförmig ausfallen und ein durchgängiger Klang der Saiten erreicht wird, der von den hohen zu den Basstönen und umgekehrt geht.

  • 4

    TREMOLO

    Mit drei Fingern


    Bestimmte Akkorde kommen beim Flamenco sehr häufig zum Einsatz, während ihr Fingersatz der linken Hand bei der klassischen Gitarre eher selten ist. Sie zu beherrschen, eröffnet neue Möglichkeiten im Umgang mit dem Instrument.

  • 6

    EINLEITUNG ZU EINER ALEGRÍA

    Mit Gitarrentechniken


    Diese Einführungsmelodie oder primera letra dient dazu, mit der Gitarre die Stimmlage des Sängers zu suchen.

     

    In diesem Video sind außerdem verschiedene Gitarrentechniken wie das Arpeggio, der Wechselschlag picado –oder das Zupfen mit der Fingerspitze punteado-, die Bindung ligado, die falseta oder die horquilla zu sehen.

  • 8

    ABSCHLUSS ODER ENDE DER BULERÍA

    Aus Cádiz


    Die Kategorie der Alegría mündet in eine Bulería aus Cádiz.

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  • 1

    Rasgueo

  • 2

    Trémolo

  • 3

    Golpe

  • 4

    Afinación

Show results

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¡Enjoy the experience!

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